Nacht für Nacht das gleiche Szenario: Nervenzerrüttendes lautes Schnarchen des Partners, anschließend oft quälend lange Atempausen, endlich gefolgt von lautem nach Luft schnappen, Unruhe und heftigen Beinbewegungen. Das Resultat sind irgendwann getrennte Schlafzimmer: Frauen verlieren statistisch durch das Schnarchen ihrer Männer wöchentlich durchschnittlich fünf Stunden Schlaf – Männer dagegen lassen sich durch die (seltener) schnarchende Ehefrau weniger leicht stören!

Ursache des Schnarchens ist eine Erschlaffung der oberen Luftwege in Höhe des Rachens. In diesem Bereich werden die Luftwege durch Muskulatur offen gehalten. Im Schlaf erschlaffen die Muskelzüge. Bei Schnarchern kommt es schließlich zu einem Hin- und Herflattern der Wände der Luftwege (Zungengrund und weicher Gaumen).

Schnarcher wachen morgens oft zerschlagen und wie gerädert auf oder haben das Gefühl, praktisch nicht geschlafen zu haben. Tagsüber können Beschwerden wie Einschlafzwang, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen auftreten oder das Vollbild der Schlafapnoe.

Um zwischen einfachem oder einem therapiebedürftigen Schnarchen unterscheiden zu können, sollte eine nächtliche Polygraphie durchgeführt werden. Im Anschluss daran kann  entschieden werden, ob einfache Maßnahmen wie z.B. Rückenlagevermeidung oder eine Schnarchschiene als Therapieoption in Frage kommen. Bei schwereren Befunden wird allerdings oft eine Untersuchung im Schlaflabor erforderlich sein.

Schlafapnoe und Ursachen des nicht erholsamen Schlafs

Eine zunehmende Erschlaffung der Atemwege wie beim ausgeprägten Schnarchen führt schließlich zu einer Enge der oberen Atemwege mit reduzierter Luftströmung in der Einatmung. Dieser Zustand wird als Apnoe (griechisch „Windstille“) bezeichnet. In dieser Situation können bei dem Schlafenden Atempausen beobachtet werden. Die Atempause wird im Gehirn des Schlafenden registriert und durch eine Weckreaktion (Arousal) überwunden. Diese Weckreaktion ist lebenswichtig und bewahrt letztlich vor dem Ersticken. Allerdings wird der Schlaf selbst durch die oft mehr als 30 mal pro Stunde auftretenden Weckreaktionen massiv gestört, da ein Übergang von einem tiefen (erholsamen) Schlafstadium in einen nur oberflächlichen und dadurch nicht mehr erholsamen Schlaf stattfindet.

Die gestörte Schlafqualität hat Auswirkungen auf die Befindlichkeit am Tage. Ein Patient mit Schlafapnoe verspürt insbesondere in monotonen Situationen (Fernsehen, Fahren auf der Autobahn, als Beifahrer im Auto, im Theater etc.) eine Müdigkeit bis hin zu ausgeprägter und kaum vermeidbarer Einschlafneigung.

Durch Verminderung der Schlafqualität können sich schwere seelische Störungen wie  Gereiztheit bis hin zur Depression ergeben.

Sekundenschlaf beim Autofahren durch nicht erholsamem Schlaf oder Schlafapnoe ist für bis zu 30% der Verkehrsunfälle – oft mit tödlichem Ausgang – verantwortlich.

Schlafapnoe ist keineswegs selten, sondern eine Volkskrankheit wie Diabetes oder Bluthochdruck. In Deutschland schätzt man die Zahl der Schlafapnoepatienten auf 3-6 Millionen.

Durch unbehandelte Schlafapnoe ist das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall um das Fünffache erhöht. Oft fehlt die nächtliche Blutdruckabsenkung und immer mehr Blutdruckmedikamente werden erforderlich.

Um eine Schlafapnoe festzustellen, werden wir nach ausführlicher Anamnese einen Termin für eine Polygraphie mit Ihnen vereinbaren. Dabei wird mit einem einfach selbstanzulegenden Messgerät der Schlaf zu Hause gemessen. Anschließend können wir erkennen, ob eine Therapieeinleitung z.B. als Überdrucktherapie (CPAP) in einem Schlaflabor erforderlich ist.

Woran erkennt man Schlafapnoe?

Nimmt man nur die einfachsten Merkmale wie Schnarchen, vom Partner beschriebene Atemaussetzer und Übergewicht, liegt die Trefferquote für Schlafapnoe bereits bei über 70%. Liegt auch noch ein erhöhter Blutdruck oder Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern vor, findet sich eine bedeutsame Schlafapnoe bereits bei über 90%!

Typische Symptome der Schlafapnoe sind

  • Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung in langweiligen Situationen, Sekundenschlaf beim Autofahren
  • Morgendliche Kopfschmerzen, Albträume
  • Konzentrations-und Gedächtnisstörung, Gereiztheit oder Traurigkeit bis hin zur Depression
  • Sexualstörungen wie Impotenz
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Übermäßiges nächtliches Schwitzen
  • Vermehrt nächtliches Wasserlassen

Testen Sie sich selbst auf Schlafapnoe

Liegt bei Ihnen eine schlafbezogene Erkrankung vor?

Wenn Sie 3 oder mehr der folgenden Fragen mit Ja beantworten, sollten Sie uns auf das Thema unbedingt ansprechen – bzw. einen Termin zur Schlafapnoediagnostik/Polygraphie vereinbaren:

  1. Schnarchen Sie?
  2. Wurden bei Ihnen vom Partner im Schlaf Atempausen bemerkt?
  3. Fühlen Sie sich nicht ausgeschlafen?
  4. Sind Sie tagsüber müde?
  5. Schlafen Sie in langweiligen oder monotonen Situationen spontan ein?
  6. Werden Sie nachts spontan wach?
  7. Leiden Sie unter Kopfschmerzen?
  8. Besteht bei Ihnen ein Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern?

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